Fall 4

Fall 4 - Druck im Unterbauch rechts, Beinschwellung

Beschreibung

Setting
Spital ambulant

Anamnese
68 Jahre, weiblich
Beinschwellung rechts, Zunahme von 2kg Körpergewicht in 3 Tagen, St.n. Nierentransplantation vor 2 Monaten
Ameisenlaufen im rechten Bein, keine Schmerzen, zunehmender Druck im rechten Unterbauch
Nach Nierentransplantation hatte sich ein Serom gebildet, das anschliessend vor einer Woche drainiert wurde. Das Gefühl sei dasselbe wie vor der Drainage.
Verneint Dysurie, Stuhlunregelmässigkeiten und allgemeine Krankheitssymptome.
Nierentransplantation bei ADPKD (vererbare polyzystische Nieren).
Immunsuppression nach Nierentransplantation, NSAR, β-Blocker bei arterieller Hypertonie

Klinik
Guter AZ, Vitalparameter alle normwertig, rechtes Bein im Seitenvergleich geschwollen/ödematös, keine Überwärmung, keine Druckdolenz, keine Schmerzen bei Wadenkompression, keine Rötung. Reizlose Narbe am rechten Unterbauch, keine peritonitischen Zeichen, Druckdolenz im rechten Unterbauch. Inguinalpulse beidseits gut palpabel.
Labor: Creatinin 149 µmol/l (Werte vor Transplantation um 190, nach Transplant ca. 140), CRP 5 mg/l (Norm < 4), Leberenzyme mit chronisch leicht erhöhtem γ-GT (165 U/l), Hb 107 g/l, Urinstatus unauffällig

Ultraschall
Kontrolle der Transplantatniere, Suche nach Raumforderung im rechten unteren Quadranten, Frage nach venöser Insuffizienz der Beinvenen, Beinvenenthrombose

Fragen
Differentialdiagnose?
Wahrscheinlichste Diagnose?
Weitere Untersuchungen (Labor, Bildgebung, Spezialuntersuchungen)?
Prozedere?
























































Weiterführende Informationen


Differentialdiagnose
Thrombose der tiefen Beinvenen rechts
Serom-Rezidiv
Harnstau der Transplantatniere
Proximale Insuffizienz der Beinvenen rechts
Raumfordernde Prozesse (bspw. Tumoren des weiblichen Genitaltraktes oder der ableitenden Harnwege)

Bilderläuterung
Transplantatniere in der rechten Fossa iliaca liegend (rot), kortikomedulläre Differenzierung erhalten, Durchblutung schwer beurteilbar. Ureter soweit darstellbar nicht gestaut, Nierenbecken ohne Anzeichen einer Stauung.
Zwischen Transplantatniere und Harnblase findet sich eine echofreie Raumforderungen in der Gegend der Operationsnarbe (blau) mit stellenweise hyperechogenen Anteilen im Sinne einer feinen Septierung (grün). 4.3 x 6.7 x 11.2 cm, keine Durchblutung darstellbar. Aktuell keine Beeinträchtigung des venösen Abflusses feststellbar (gelb).

Untersuchungen
Ultraschall in der Radiologie: Beurteilung der Nierengefässe zum Ausschluss einer Transplantatabstossung. Eine Transplantatabstossung konnte ausgeschlossen werden.









 

Auflösung

Diagnose
Die Patienten zeigt sich am ehesten mit einem Rezidiv des Seroms
Eine Thrombose und eine Abflussstörung der tiefen Beinvenen konnten sonographisch ausgeschlossen werden. Es konnte keine Verbindung der echofreien Raumforderung zu Organen des Beckens dargestellt werden, was zusammen mit der Vorgeschichte gegen tumoröse Raumforderungen spricht.
Der Befund erklärt die Beschwerden.

Prozedere
Zusätzliche Medikamente waren auf Grund fehlender Infektzeichen nicht notwendig. Es wurde eine CT-gesteuerte Drainageeinlage veranlasst.
Auf Grund des guten Allgemeinzustandes wurde eine ambulante CT-gesteuerte Drainageeinlage am folgenden Tag mit den interventionellen Radiologen geplant.

 


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